Chronik des RC Herpersdorf 1919 (zur 60 Jahr-Feier)
1919 - DER ANFANG
Der erste Weltkrieg war zu Ende, das monarchistische Regime war gestürzt. Die junge Demokratie kämpfte um ihr Bestehen in einer schweren Zeit, die viele Entbehrungen mit sich brachte. Der große Wunsch all jener, die den furchtbaren Krieg überlebten, war es nun, frei und ohne Angst zu leben. Mann wollte nicht mehr an Krieg und Hungersnot erinnert werden. So schlossen sich allenthalben vor allem junge Leute zu Vereinen und Gruppen zusammen, um entweder nach Art der “Wandervögel“ auf ihre Art gegen die Gesellschaftsform zu demonstrieren; oder aber um das nachzuholen, was sie im Krieg versäumt hatten: geselliges Leben und freies Wandern zu Fuß oder per Rad.
Auch in Gaulnhofen entstand ein solcher Verein. Am 13. Apri1
1919 unterzeichneten Johann Grasser, Jean Grasser, Ulrich
Grasser, Konrad Grasser, Johann Schreimel, Hermann Dinta, Johann
Schmitt, Michael Duschl, Johann Dotzauer, Johann Hofmann, Georg
Peuntinger und Johann Brechtelbauer als erster Vorstand das
Gründungsprotokoll in der Gastwirtschaft Grasser zu
Gaulnhofen.
Man wollte keine Radrennen veranstalten, sondern Rad fahren. Sie
fuhren in die umliegenden Dörfer zur Kirchweih, veranstalteten
Tanzvergnügen, Radtouren und Fuchsjagden. Schon damals waren Namen
wie D i n t a und D u s c h 1 unter den Begründern, die in den
nachfolgenden Generationen zum Ruhm des Vereins wesentlich
beitragen sollten. Die wirtschaftliche Not und die Inflation
bewirkten aber auch beim Radverein “Frischauf Gaulnhofen“ den
Untergang, der Vereinsbetrieb kam zum Erliegen, die Mitglieder
flatterten auseinander.
1926 - Eine neue Ära beginnt!
Die Inflation war vorbei, ein wirtschaftlicher Aufschwung begann. Sieben junge Männer aus Gaulnhofen fassten neuen Mut und wählten am 31.01.1926 einen neuen, tatkräftigen Vorsitzenden. Der 21-jährige KONRAD SCHWAB leitete von nun an die Geschicke des Radfahrerklubs. Ende des Jahres, als der Verein nach Herpersdorf verlegt wurde, gewann man den 17-jährigen ANDREAS EGERER als Kassier und Schriftführer. Mit diesen beiden Männern in der Vereinsführung begann eine neue glanzvolle Ära in der Geschichte des “RC Herpersdorf“ — wie der Verein bald darauf genannt wurde.
Der neue Geist wurde auch dadurch erkenntlich, daß in den
Satzungen zum ersten Male die Pflege des Radsports verankert
wurde.
In einer kleinen Sandgrube bei Herpersdorf wurde eine provisorische
“Minirennbahn“ angelegt, und die begeisterten Jugendlichen übten in
jeder freien Minute nach Vorbild der Großen vom Reichelsdorfer
Keller. Kopfschüttelnd oder schmunzelnd sahen die Alten dem Treiben
der Jugend zu und keiner ahnte damals, dass hier der Grundstein zu
den späteren Erfolgen gelegt wurde. Dann kam — man kann es ruhig
sagen — der historische Augenblick, als am 29. Mai 1927 die
Mitglieder des jungen Radfahrervereins zum ersten internen
Straßenrennen aufbrachen.

Konrad Schwab bewies dabei, dass er nicht
nur Vorsitzender, sondern auch Rennfahrer sein konnte. Er gewann
das Rennen Herpersdorf — Heilsbronn — Wicklesgreuth und zurück.
Damit war die entscheidende Wende zum Sportlichen vollzogen.
Weitere Rennen folgten im Sommer dieses Jahres, und auch Andreas
Egerer ging oftmals als Sieger durch das Ziel.
Ende des Jahres wurde dann — wenn auch auf Stottern — ein
Hometrainer gekauft, und am 11. März 1928 fand das erste
Hometrainerrennen im Saal der Gaststätte Egerer statt. Den RC
Herpersdorf vertraten Schwab-Egerer als erfolgreiches Team.
Noch im gleichen Jahr wurde der Beitritt zum “Bund Deutscher
Radfahrer" beschlossen, und das Jahr 1929 sah die Herpersdorfer das
erste Querfeideinrennen fahren.
In den folgenden Jahren wurden bekannte Rennen gefahren, wie die
“Bayerische Achterfahrt“, das “Kleine Rund um Nürnberg“ und das
Jubiläumsrennen Wendelstein - Würzburg und zurück. Die
erfolgreichsten Fahrer in dieser Zeit waren Schwab, Egerer und
Frauenschläger, Brunner, Weiß, Nerreter, Duschl, Heller, Weber,
Bickel und Heubusch.
Durch das hektische Aufstreben des Motorsports in den 30er Jahren
wurde es im Radsport ruhiger und erst vor Beginn der Olympischen
Spiele in Berlin 1936 fing man an, sich aktiv und intensiv auf das
große Ereignis vorzubereiten.
1936 - Aufstieg zum Erfolg
Der Anlass dazu war der “Erste Schritt“ in Nürnberg am 10. Mai
1936, der die Entdeckung tüchtiger Nachwuchstalente zur Aufgabe
hatte. Er sah unter der Schar der 120 Unbekannten auch die
Herpersdorfer KONRAD KESSLER, damals 18 Jahre alt, KARL KITTSTEINER
als Anlass HANS EGERER und ARTHUR HIRNSTETTER am Start.
Mit mangelhafter Ausrüstung, mit Tourenrädern, mit Gepäckständer
und Beleuchtung nahmen sie das Rennen gegen die mit Rennmaschinen
ausgerüstete Konkurrenz auf. Während Kittsteiner infolge eines
Sturzes ausschied, gelang es Kessler, sich in der 13-köpfigen
Spitzengruppe der Rennmaschinenfahrer zu halten, aber zu mehr als
dem 13. Platz langte es nicht.
Dieses Rennen hatte sein Gutes: es öffnete den jungen Verantwortlichen des Vereins die Augen über die Notwendigkeit der Anschaffung von Rennmaschinen. Sie reagierten prompt: bereits vier Tage später kauften sie, von der guten Veranlagung ihrer Aktiven überzeugt, vier Rennräder. Wie richtig damit gehandelt worden war, bewies das Quartett Kessler, Kittsteiner, Egerer und Hirnstetter bereits drei Tage danach: Im Schwabacher Stadtparkrennen führte Kessler lange Zeit mit Vorsprung vor dem Feld, wurde aber in der Schlussrunde eingeholt, endete jedoch ebenso wie Kittsteiner unter den ersten sieben Fahrern. Die große Laufbahn der “KK“, Kessler und Kittsteiner, hatte damit begonnen.
Welch “unglaubliche“ Talente sie waren, bewiesen sie im Jugend-Paarfahren über 44 Kilometer vom Steiner Schloss und zurück: Sie waren in einer so blendenden Zeit wieder am Ziel, dass man ihren Sieg schlicht und einfach nicht anerkannte. Man hielt es nämlich für unmöglich, dass sie so schnell gefahren sein könnten, zumal sie unterwegs auch noch zwei Schaltdefekte hatten. So händigte man ihnen für hervorragende Leistung zwei Schleifen aus aber die Siegerschleifen wurden ihnen vorenthalten. Zu Unrecht, wie sich bald herausstellen sollte. Natürlich wurmte die Nichtanerkennung des Erfolges die beiden. Und so fuhren sie 14 Tage später die gleiche Strecke noch einmal, diesmal aber unter Kontrolle. Die Begleiter staunten am Ziel nicht schlecht: Kessler-Kittsteiner hatten die im Rennen erzielte Bestzeit noch bedeutend unterboten. Von da an waren die beiden nicht nur die erfolgreichsten mittelfränkischen Jugendfahrer, sondern sie fuhren von Sieg zu Sieg.
Dabei arrangierte der inzwischen zum Sportleiter und
Geschäftsführer avancierte Andreas Egerer vom Vereinsheim aus die
sportlichen Termine der 1937 ins Amateurlager hinübergewechselten
Asse.
Die renntechnisch erste bedeutungsvolle Veranstaltung war der
“Preis der Zukunft“, an dem am 9. August 1936 insgesamt 46
Jugendliche teilnahmen. Mit Kessler, Kittsteiner, Dörfler und
Dennecke kamen vier Herpersdorfer mit über fünf Minuten Vorsprung
vor ihren Konkurrenten an das Ziel und machten das Ende unter sich
aus.
Die Vorkriegsgeschichte von 1936—1945
Das Jahr 1936 brachte die Geburtsstunde des “Großen
Straßenpreises von Herpersdorf“. Lange Zeit trug er den Namen
“Großer Expreß-Straßen-Preis“ als Zeichen der Verbundenheit des
Herpersdorfer Radsports mit dem oberpfälzischen Werk. In jüngster
Zeit lieft das Rennen unter dem Namen “Großer Tucher Sieger
Straßenpreis von Herpersdorf“. Mit dieser Bezeichnung sollen
gleichermaßen die Verdienste gewürdigt werden, die sich der aus der
Zweirad-Industrie zur Brau AG Nürnberg abgewanderte Direktor Heinz
Tschech um die Belange und Forderung des Herpersdorfer Radsports
erworben hat.
Insgesamt wurde der “Große Straßenpreis“ bis 1979 26mal
ausgetragen, wobei der zwölffache Deutsche Meister Fritz Neuser mit
drei Gewinnen immer noch den Rekord hält. Die Erfolge von
Kittsteiner und Kessler waren so großartig, dass beide 1939
erstmals international eingesetzt wurden, und zwar bei der
“Großdeutschen Alpenfahrt“ und im Rennen “Mailand München“. In der
Jahresbestenliste führten Kittsteiner und Kessler in den Jahren
1939, 1940, 1941, 1942 und 1943 das Feld der erfolgreichsten
deutschen Amateurstraßenfahrer an.
1940 feierte Kittsteiner noch einen besonderen Triumph in diesem
Jahr: in der Harzrundfahrt in Magdeburg holte er sich am 14. Juli
seinen ersten deutschen Meistertitel, den ersten für den RC
Herpersdorf! Ihm fügte im gleichen Jahr Arthur Maul bei den Jugend
Bahntitelkämpfen in Erfurt die deutsche Sprintmeisterschaft
hinzu.
Noch während des zweiten Weltkrieges erwarb der RCH noch drei
weitere deutsche Meisterschaften, und zwar 1942 in Breslau durch
Hans Weiß und Albert Flasch, der später eingezogen wurde und aus
dem Krieg nicht mehr heimkehrte, sowie 1943 drch die
Jugendmannschaft im Vierermannschafts-Bahnfahren.
Die totale Niederlage Deutschlands brachte auch überall das Vereinsieben zum Erliegen. Offiziell war jede Vereinseinstätigkeit von den Militärbehörden verboten worden. Das hinderte aber nicht, dass sich hier und dort etwas regte, bevor es erlaubt war. Dazu gehörte auch, dass 1945 in München bereits Aschenbahnrennen abgehalten wurden, an denen sich Kittsteiner, Dinta und Pfannenmüller beteiligten. Sie fuhren per Anhalter mit Holzgaser und Behe1fslieferwagen zum Rennen, da es eine andere Möglichkeit, nach München zu kommen, in dieser Zeit nicht gab.
1946 — Von Erfolg zu Erfolg
Intern war auch die Versammlung der 46 Mitglieder, die 1946 zusammentraten und sich Willy Arnold als Vorsitzenden wählten - das Schifflein des RCH hatte wieder einen Kapitän. Man sieht an der Zahl 46: Die großen Erfolge des RC Herpersdorf bis in die Kriegsjahre hinein hatten ihm einen soliden, treuen Stamm Radsportfreunde aus dem ganzen mittelfränkischen Einzugsbereich gesichert, der auch durch die bitteren Jahre nicht zerstört werden konnte. Erst nach 1948 durfte auch offiziell wieder Vereinsarbeit geleistet werden, gestatteten die Militärbehörden die Neu- oder Wiedergründung von Klubs. Allerdings unter gewissen Voraussetzungen.
Als am 18. Januar 1948 daher 63 Mitglieder zur Wiedergründung
schritten, wählte man sich folgende Vorstandschaft: Michael
Frauenschläger wurde 1. Vorsitzender, Andreas Kirsch 2.
Vorsitzender, Konrad Kessler Kassierer, Arno Knauer Schriftführer
und Karl Kittsteiner Sportwart.
Im gleichen Jahr knüpfte man auch sportlich dort wieder an, wo man
1943 hatte aufhören müssen: Gerhard Stubbe war der erste Gewinner
einer Deutschen Nachkriegsmeisterschaft, und zwar in der
4000-m-Einer-Verfolgung in Bochum. Einen Höhepunkt hatte das Jahr
insofern noch zu verzeichnen, als der RC Herpersdorf erstmals alle
Konkurrenzen des Radrennens “Rund um Köln“ gewann; durch
Pfannenmüller bei den Amateuren, durch Heinrich Schwarzer bei den
Profis und durch Hans Schwab im Jugendrennen.
1949 übernahm wieder der frühere Vorstand, Konrad Schwab, den Vorsitz des Vereins. Andreas Egerer steuerte als Sportleiter Hand in Hand mit ihm die Geschicke des Klubs. Dieser erlebte gleich einen Höhepunkt, wurden doch die deutschen Meisterschaften der Amateure und Jugend im Einerstraßenfahren vom RCH durchgeführt. Die Titel wurden damals durch Amateur Walter Schürmann für RV Sturm Hombruch und den Jugendlichen Günther Ziegler für den RV 1889 Schweinfurt errungen.
Die folgenden Jahre brachten dem RC Herpersdorf eine derartige Fülle von Titeln und Erfolgen, dass es unmöglich ist, im einzelnen darauf einzugehen. Auch das ist ein Rekord, der kaum auf die Bundesrepublik beschränkt sein dürfte, sondern für ganz Europa, wenn nicht die Welt Geltung hat: Der RC Herpersdorf hat in den ersten 29 Jahren seiner langjährigen Geschichte nicht weniger als 3 0 d e u t s c h e E i n z e 1 m e i s t e r s c h a f t e n und 30 deutsche Mannschaftsmeisterschaften erkämpft, wobei er auf l30 Träger deutscher Titel kommt.
Interessant dabei ist, dass mit Ausnahme des Querfeldeinrennens
und der deutschen Bergmeisterschaft in der
Meisterschaftsaufstellung keine einzige Radsportdisziplin fehlt.
Auch das ist einmalig in der ganzen BRD.
Immerhin aber stellte der RCH mit Burkhardt Fritzsche 1968 den
deutschen Vizemeister am Berg. Und die “Lücke“ im Querfeldeinrennen
wurde gewissermaßen durch Heinz Weltrowski ausgefüllt, denn er, der
von 1955 bis 1962 in Amerika weilte, holte sich dort 1957 den
amerikanischen Titel dieser Disziplin.
Beschränken wir uns also für die kommenden Jahre auf die
Skizzierung der wichtigsten Fakten.
1949 wurden insgesamt drei Einzelmeisterschaften und eine Mannschaftsmeisterschaft erkämpft. Matthias Pfannenmüller buchte mit dem Gewinn der Schwarzwald-Rundfahrt als Etappenrennen einen großartigen Erfolg.
Das Jahr 1950, in welchem August Roßmann als 2.
Vorsitzender und Willi Weltrowski als Jugendleiter in die
Verwaltung gewählt wurden, erlitt der Verein seinen bisher
schwersten Schicksalsschlag. Innerhalb eines Monats wurde er durch
Unfälle zweier seiner hoffnungsvollsten jungen Sportkameraden
beraubt.
Im Verlauf der bayerischen Einer-Straßenmeisterschaft am 11. Juni
in Bechthofen wurde Hans Roßrnann in einen Massensturz verwickelt
und erlitt dabei tödliche Verletzungen. Nach ihm wurde Hans Wild
während der Fahrt zur deutschen Meisterschaft in Frankfurt das
Opfer eines Verkehrsunfalls und starb im Krankenhaus von Iphofen.
Aus den Höhen der Freude über Erfolge und erfolgreiche Arbeit an
einer begeistert mitgehenden Jugend wurde die Gemeinschaft des
ganzen Vereins in die Tiefen menschlichen Leides gerissen, das
allen die Worte verschlug. Der Verein ehrte die tapfere Mutter
Roßmanns, indem er ihr die Ehrenmitgliedschaft verlieh. Aber das
Leben geht weiter.
So konnte die Jahresbilanz neben den bitteren Tropfen auch
einige Erfolge aufweisen. Außer einer deutschen Einzelmeisterschaft
im Bahnfahren stellte das Quartett N e u s e r, S c h w a b, D i n
t a, A n d r e a e auf der Münchner Amorbahn im
4000-m-Vereinsmannschaftsfahren mit 4:50,2 Minuten einen neuen
Deutschen Rekord auf, der erst sieben Jahre später, 1957 gebrochen
wurde. Nebenbei: die vier Herpersdorfer wurden auch im folgenden
Jahr wieder Meister!
Matthias Pfannenmüller war bei der Deutschland-Rundfahrt bester
deutscher Teilnehmer, erwies sich doch nur Sieger Gysseling aus
Belgien besser als er! Ebenso wie Kittsteiner 1946, gelang
Pfannenmüller darüber hinaus der Gewinn der in Schweinfurt
ausgefahrenen und so begehrten “Goldenen Schärpe“.
Das Jahr des strahlenden Glanzes!
1951 wurde zu dem bis dahin größten Erfolgsjahr der Vereinsgeschichte, wurden doch eine Einzelmeisterschaft, die deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Amateure über 100 km, die Jugend über 50 km auf der Straße und die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Zeitfahren über 4000 m auf der Bahn gebucht.
Die alles überstrahlende Krönung des Jahres aber brachte die Würdigung der einmaligen Leistungen des RC Herpersdorf durch den Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss: Er verlieh dem RCH als erstem rennsporttreibenden Verein der Bundesrepublik d a s S i 1 b e r n e L o r b e e r b 1 a t t.
Es konnte nicht ausbleiben, dass die Erfolge, die eine derartige, den RCH in das Blickfeld ganz Deutschlands rückende Würdigung erfuhren, sich auch im Anwachsen der Mitgliederzahl niederschlugen.
1952 ergab neben dem Gewinn einer deutschen Einzelmeisterschaft und dreier deutscher Mannschaftstitel die Ausweitung auf ein neues Feld, nämlich den Radball. Dafür setzten sich besonders Willi Weitrowski und Rudolf Mlady ein. Sie hatten die Genugtuung, dass durch Walter Mlady, Hans Nereter, Peter Arnold, Horst Weltrowski, Georg Lang, Werner Pöllot, Heinz Schödel und andere schöne Erfolge erzielt wurden. 1955 musste diese Sportart aber wieder aufgegeben werden, da durch den Umbau des Saales der Gaststätte Egerer keine geeignete Spielfläche mehr zur Verfügung stand.
Mit Neuser-Knösselsdörfer begann die große Ära der Vorherrschaft im Tandemfahren, die mit nur vierjähriger Unterbrechung bis 1965 anhalten sollte. Gotthardt Dinta, fünfmaliger Deutscher Meister, beendete 1955 seine aktive Laufbahn, stellte sich aber dem Klub uneigennützig weiter zur Verfügung. Er bekleidete den Posten eines Bahnfachwarts und übte über Jahre das Amt des 2. Vorsitzenden aus.
1953 brachte dem “Radsportdorf“ vor den Toren Nürnbergs zwei
weitere deutsche Einzel- und drei deutsche Mannschaftstitel
ein.
Aber erneut traf den RCH ein harter Schlag: Bei einem zum
Saisonschluss veranstalteten Einzelzeitfahren wurde der 2ojährige
Werner Pippert auf dem Autobahnzubringer das Opfer eines
Verkehrsunfalls. Trotz des schweren Verlustes, den die beiden
Familien Roßmann und Pippert erlitten hatten, blieben die beiden
Brüder Albert Rolßmann und Berthold Pippert dem geliebten
Radrennsport treu und halfen sogar mit, weitere deutsche
Meisterschaften für den RCH zu erkämpfen.
1956 Olympiade in Melbourne
Auch 1954 hielten die Serienerfolge an: drei deutsche Einzel- und zwei Mannschaftsmeisterschaften sowie die Deutsche Jugendmannschaftsmeisterschaft über 50 km auf der Straße wurden zu Buch gebracht.
1955 fügten Neuser-Löw in Frankfurt die Deutsche Zweisitzermeisterschaft hinzu.
1956 ergab außer drei deutschen Mannschaftsmeisterschaften einen neuen Höhepunkt im Vereinsleben und Sport: F r i t z N e u s e r wurde vom Bund Deutscher Radfahrer zu den Olympischen Spielen nach Melbourne entsandt. Sein Partner war Günther Ziegler, Schweinfurt, mit dem er im Vorlauf dem Team Schwardelow-Robinson unterlag, so dass das deutsche Paar in den Hoffnungslauf musste. Hier hatte es gegen die Russen Wargatschkin-Leonow anzutreten. Die Hoffnung weiterzukommen, zerschlug sich bald: die deutsche Mannschaft stieß mit ihrem Gegner in so hohem Tempo zusammen, dass die Maschinen 15 Meter weit aus der Bahn geschleudert wurden. Neuser konnte sich als einziger der Gestürzten ohne fremde Hilfe erheben - er hatte nur eine Verletzung am Handgelenk erlitten. Während Wargatschkin sich tiefe Schnittwunden zugezogen hatte, die seine Einlieferung in ein Krankenhaus notwendig machten, kamen Leonow und Ziegler mit starken Prellungen und Abschürfungen davon. Der Unfall hatte sich 400 m vor dem Ziel in dem Augenblick ereignet, in dem das sowjetische Paar versucht hatte, die Deutschen an der Innenseite zu überholen. Dabei fuhr es die Deutschen an. Ziegler war tapfer genug, mit Neuser zusammen im letzten Hoffnungslauf zu starten und so vielleicht noch die geringe Chance wahrzunehmen. Aber er war durch den Unfall zu stark mitgenommen; Ziegler und Neuser mussten die Mannschaften von Australien und Amerika davonziehen lassen. Damit waren am 3. Dezember 1956 die Träume von einer olympischen Medaille für Herpersdorf abrupt beendet worden. Sie sollten sich - unter ähnlich dramatischen Umständen -erst später erfüllen.
1957 stellte die Herpersdorfer Mannschaft Hofmann, Mehl, Horst
Duschl, Stern, Gömmel und Reusch mit 2:13:07,6 Stunden einen neuen
deutschen Rekord im 100-km-Vereinsmannschaftsfahren bei den
deutschen Titelkämpfen in Augsburg auf.
Fünf der gleichen Aktiven, nämlich Hofmann, Horst Duschl, Stern,
Mehl und Reusch sicherten sich zusammen mit Wunderlich auch den
Titel des Jahres 1958. Aber ab 1960 wurden wieder deutsche Titel in
ununterbrochener Folge erkämpft. Die Jugendmannschaft unter Leitung
von Fritz Regn errang in Berlin die deutsche Meisterschaft im
50-km-Vereinsmannschaftsfahren.

Tokio - Ein Erfolg für den RCH
Die große Zeit W i 1 1 y F u g g e r e r s kam, der mit dem
Berliner Gerd Modrow von 1961 bis 1963 und mit Klaus Kobusch aus
Bocholt 1964 und 1965 das Feld im Zweisitzerfahren
beherrschte.
Fuggerer war es auch vergönnt, zusammen mit Kobusch eine o 1 y m p
i s c h e M e d a i 1 1 e i n T o k i o für Deutschland zu
erstreiten und so der erste erfolgreiche Herpersdorfer
Olympiateilnehmer zu sein. Die Freude darüber wurde allerdings
dadurch getrübt, dass beide, wie die Zeitungen damals berichteten,
um den Einzug in das Finale und damit um ihre berechtigten
Hoffnungen auf olympisches Gold gebracht wurden.

Lassen wir die Ereignisse noch einmal kurz Revue
passieren:
Fuggerer und Kobusch waren im Semifinale gegen die Italiener
Damiano - Bianchetto angetreten, jenen Bianchetto, der zuvor schon
die Silbermedaille im Fliegerfahren, 1960 in Rom mit Baghetto als
Partner die Goldmedaille gewonnen und 1961/62 die
Sprinterweltmeisterschaft errungen hatte. Klar, dass die Italiener
die ausgemachten Favoriten waren. Im ersten Lauf aber gaben
Fuggerer - Kobusch ihnen in 10,9 Sekunden mit einer Vorderradlänge
Vorsprung das Nachsehen. Im zweiten Kräftemessen behielten die
Italiener in 11:03 Sekunden nur mit einer Handbreite vor Fuggerer -
Kobusch die Oberhand. Und im dritten Lauf passierte es: die beiden
Deutschen wurden aufgrund eines Protestes der Italiener
disqualifiziert.
Fuggerer - Kobusch führten zwar von Anfang an. Als aber die Italiener in der Zielkurve energisch angriffen und zu einem Oberholversuch ansetzten, verriss Kobusch beim Umblicken den Lenker. Dadurch wurde die Maschine um etwa einen Meter nach oben versetzt und die Italiener, die sofort die Arme zum Zeichen des Protestes hochrissen, wurden abgedrängt. Die Jury gab dem italienischen Einspruch mit 2:1 Stimmen statt. Was halfen alle Beteuerungen? Der Traum vom olympischen Gold war aus.
Zuvor hatte sich Fuggerer im Fliegerfahren wacker geschlagen. Nach Potzernheim 1952 war er der erste Deutsche wieder, dem der Vorstoß unter die besten Acht der Welt gelang. Im Vorlauf hinter dem Russen Pschakadse Zweiter, schlug er im Hoffnungslauf den Amerikaner Simes und Johnson - Australien. Im Zwischenlauf spurtete er an Kucirel CSSR und Katsuhiko aus Japan vorbei.
Am 19. Oktober hatte er im Viertelfinale gegen den französischen Weltmeister Trentin anzutreten. Es war zu erwarten, dass der Franzose Fuggerer bezwingen würde. Aber er brauchte immerhin drei Läufe. Im ersten blieb Fuggerer um eine Vorderradlänge vor Trentin, der danach nicht nur den zweiten, sondern auch den dritten Lauf für sich entscheiden konnte. Er hatte beim Gewinn des dritten Laufes den entscheidenden Vorteil, dass der Herpersdorfer beim Start um eine Idee zu spät startete.
Unvergessen bleibt der Empfang des Bronzemedaillengewinners Fuggerer - der das kleine “Radsport - Dorf“ in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt hatte - durch seinen Verein und die Bevölkerung. Er wurde gefeiert, wie es einem erfolgreichen Olympiakämpfer gebührt - von der ganzen Bevölkerung, die ihm zu Ehren einen Fackelzug veranstaltete, während bei der Feier im Saalbau Egerer die Vereinskameraden und Freunde des RCH „zu Wort“ kamen. Selbst das Fernsehen würdigte Herpersdorf mit einer weiteren großen Radsportreportage.
1964 wurde aber auch in anderer Hinsicht das sportlich erfolgreichste Jahr der ganzen bisherigen Vereinsgeschichte. Mit dem überlegenen deutschen Meisterschaftssieg von J ü r g e n G o 1 e t z in Schweinfurt wurde die Saison kräftig “eingeläutet“.
Fuggerer fügte die Deutsche Sprintmeisterschaft und mit Kobusch als Partner den Tandem Titel hinzu. Schindler holte sich die Deutsche Amateursteher - Vizemeisterschaft, Goletz, Buchholz, Knöchelmann und Herold holten sich ebenso Silber auf der Straße wie in der gleichen Besetzung auf der Bahn Bronze.
Die Jugendmannschaften Mayer, Seib, Schossmeier, Nerreter mit Silber auf der Bahn und Nerreter, Seib, Schossmeier und Held auf der Straße vervollständigten die Siegeskette des RCH, der damit wieder einmal erfolgreichster Verein bei den deutschen Radtitelkämpfen wurde.
Auch in den folgenden Jahren wurden regelmäßig Herpersdorfer Aktive als Deutsche Meister gekrönt, ganz zu schweigen von den zahllosen Landesmeisterschaften. Unter Peter Schindlers Leitung gab es viele Siege, an welchen neben Jürgen Goletz weitere Spitzenfahrer wie Otto Bennewitz, Gottfried Mayer, Burkhard Fritzsche, Heinz Pillhofer, Karlheinz Stuiber, Wolfgang Hellwig, Alfred Ornot usw. beteiligt waren.
Ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen, als der Bezirk Mittelfranken die tatkräftige Förderung des Amateursteherwesens in die Hand nahm: über den Winter 1967/68 wurden sechs 250-ccm-Motorräder in Stehermaschinen umgebaut. Auf der Bahn am Reichelsdorfer Keller, die inzwischen in den Besitz des Bayerischen Landessportverbandes übergegangen und renoviert worden war, wurde ein Lehrgang für Steher und Schrittmacher abgehalten, an dem sich der RCH mit großem Erfolg beteiligte.
Welch gute Arbeit hier geleistet wurde, erhellt der Umstand, dass sich H o r s t D u s c h l hinter Schrittmacher Werner Schmitt den deutschen Amateur-Steher-Titel 1968 sichern konnte. Ein Jahr später war es sein Bruder Gerhard, der hinter dem Herpersdorfer Schrittmacher Peter Schindler für den Verbleib des Titels in der Familie sorgte. Dieser Meisterschaftskampf wurde vollends zu einem Triumph der Herpersdorfer, als Herbert Held hinter Schrittmacher Höflich - Schwabach noch die Vizemeisterschaft errang. Doch diesem erfreulichen Aufschwung der Herpersdorfer Amateursteher und Schrittmacher sollten in den nächsten Jahren noch viele größere und auch internationale Erfolge folgen.
Zunächst noch einmal zurück zum Jahr 1970.
Auch in diesem Jahr gab es für den RCH einen stolzen Höhepunkt. Bei
den deutschen Bahn-Meisterschaften der Amateure auf der Nürnberger
Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller präsentierte sich der
22-jährige Herpersdorfer Gerhard Schöfer in Bestform. Als erster
Starter im l000m-Zeitfahren fuhr der dreifache bayerische Meister
in 1:08,98 Min. absolute Tagesbestzeit und holte sich damit
verdient den Titel vor den beiden großen Favoriten Herbert Honz
(Singen) und Karl Köther (Hannover). Neben dem Titelgewinn Schöfers
brachte das Jahr 1970 dem RCH viele weitere große Erfolge.
Gerhard Duschl wurde bei der deutschen Meisterschaft der
Amateursteher hinter Schrittmacher Jürgen Goletz Dritter und
Gottfried Mayer, bei schweren Straßenrennen als zuverlässiger
Kämpfer bekannt, belegte bei der Deutschen Straßenmeisterschaft in
Schweinfurt den vierten Rang. Besonders freute man sich beim
veranstaltenden RCH natürlich auch 1970 darüber ‚ dass mit Burkhard
Fritzsche wieder ein Fahrer des Vereins den “Großen - Tucher -
Straßen - Preis“ gewinnen konnte.
Neben Fritzsche und Mayer gaben 1970 bei den Straßenamateuren die Herpersdorfer Wolfgang Hellwig, Hubert Stöffel, Horst Duschl, Karl Heinz Stuiber und Oldtimer Heinz Winkelmann mit insgesamt 28 Siegen den Ton an.
Auch das Jahr 1971 brachte dem RCH neben vielen großen Siegen auf Bahn und Straße wieder zwei deutsche Meistertitel! Der vom Sturzpech verfolgte Nationalfahrer Burkhard Fritzsche laborierte lange an einer schmerzhaften Knieverletzung und kam erst gegen Ende der Saison 1971 richtig in Schwung. In Koblenz bei der deutschen Bergmeisterschaft der Amateure war Fritzsche dann wieder in Hochform. Souverän holte er den ersten Bergmeistertitel nach Herpersdorf.
Bei den Amateurstehern gewann Horst Gnas auf der Bahn am Frankfurter Waldstadion seinen erste deutschen Meistertitel. Ex-Meister Horst Duschl belegte im Endlauf den dritten Platz.

Den bisher größten Erfolg für den RCH sollte Horst Gnas dann wenige Wochen später bei den Weltmeisterschaften in Varese (Italien) holen.
Horst Gnas, der 1971 hinter seinem holländischen Freund und Schrittmacher Bruno Walrave insgesamt 20 Steherrennen gewann, galt als Vize-Weltmeister des Vorjahres in Varese als großer Favorit. Das erfolgreiche Gespann Gnas/Walrave enttäuschte seine vielen Anhänger auf dem Velodromo “Luigi Ganna“ in Varese nicht. Mit 330m Vorsprung holte der Herpersdorfer unter großem Jubel der Deutschen Schlachtenbummler klar den Weltmeistertitel und das begehrte Regenbogentrikot! Der Berliner Rainer Podlesch sorgte mit Platz zwei für einen deutschen Doppelerfolg dieser WM. Vom Pech verfolgt war dagegen 1971 Herpersdorfs Bahnass Gerhard Schöfer. Nach ausgezeichneten Leistungen im ersten Halbjahr warf eine Kiefererkrankung den Bahn-Nationalfahrer zurück. Trotzdem holte sich Schöfer bei den deutschen Bahnmeisterschaften die Vize-Meisterschaft im Sprint und auch im l000m-Zeitfahren.
Auch den Jugendvierer des RCH mit den Gebrüdern Widawka, Walter Högerl und Hans Peter Zorn gab es zwei Ehrenplätze. Das Herpersdorfer Quartett holte den deutschen Vize-Meistertitel der Vierer auf Bahn und Straße und bestätigte damit die gute Jugendarbeit des Vereins. Auch die intensive Trainingsarbeit mit den Schülern wurde 1971 unter der Leitung von Bert Stern und Klaus Buchholz konsequent fortgesetzt. 44 Siege der Herpersdorfer Schüler auf Bahn und Straße belohnten diese Arbeit. Hinzu kamen weitere 98 Siege der Amateure und Jugendfahrer.
Gottfried Mayer (Amateure), Hans Peter Zorn (A-Jugend) und Manfred Braun (B-Jugend) waren im Straßenrennsport am erfolgreichsten.
1972 - „Großer-Tucher-Preis“
Im olympischen Jahr 1972 sorgte der RC Herpersdorf für einen besonderen radsportlichen Leckerbissen: Die besten Radamateure der Welt, die sich schon zur Vorbereitung auf die olympischen Spiele in Deutschland befanden, folgten gerne dem Ruf des RCH und gingen beim “Großen internationalen Tucher-Straßen-Preis“ an den Start. Weltmeister, Olympiasieger und viele Landesmeister waren im Riesenfeld. In rasendem Tempo ging die Weltelite über den Rundkurs.
Tonangebend waren dabei vor allem die starken Fahrer der Sowjetunion, die Australier, Spanier und auch das Nationalteam des Bundes Deutscher Radfahrer. Einen ganz großen Tag erwischte damals der Mannheimer Peter Weibel. Er gewann in einem mitreißenden Finish unter riesigem Beifall der vielen tausend Zuschauer den Schlußspurt und holte sich damit 1972 den wohl größten und schönsten Sieg seiner erfolgreichen Radsportkarriere. Unvergessen wird den fränkischen Radsportfreunden die einmalige bunte und internationale Kulisse dieser gelungenen Großveranstaltung bleiben!
Beim RCH freute man sich 1972 vor allem über die großartige Siegesserie des amtierenden Weltmeisters Horst Gnas. Der Herpersdorfer Amateursteher war in diesem Jahr einfach Superklasse.
An der Rolle von Bruno Walrave startete Gnas 1972 bei 32 Steherrennen, von denen er 28 (!) klar gewinnen konnte; dreimal wurde Gnas Zweiter und einmal Dritter. Eine bisher auch im internationalen Amateurstehersport einmalige Bilanz! Rückblickend betrachtet darf man feststellen, dass Horst Gnas im Jahr 1972 sicher den Höhepunkt seiner außergewöhnlichen Karriere erlebte. So war es damals fast selbstverständlich, dass Gnas sich in Saarbrücken zum zweiten Male den deutschen Meistertitel holte. Auch bei der Radweltmeisterschaft, die 1972 auf der Radrennbahn von Marseille ausgetragen wurde, gab es nur einen großen Favoriten: Horst Gnas. Das Gespann Gnas/Walrave hatte weder in den Vorläufen, noch im Finale einen der Gegner zu fürchten. Souverän holte Horst Gnas damit zum zweiten Male auch das begehrte Regenbogentrikot des Weltmeisters in die Radsporthochburg Herpersdorf!
Neben vielen Siegen auf Bahn und Straße brachte das Jahr 1972 für den RCH bei deutschen Meisterschaften wieder gute Platzierungen. Bei der deutschen Bergmeisterschaft der Amateure in Freiburg waren zwei Fahrer des RCH unter den ersten Zehn. Cross-Spezialist Siegmar Naujoks belegte einen ausgezeichneten fünften Rang und der mehrfache bayerische Bergmeister; Gottfried Mayer wurde Achter.
Bei der Bahnmeisterschaft der Jugend wurde im Punktefahren Lothar Widawka deutscher Vize-Meister. Im Straßenrennsport der Amateure waren 1972 Hubert Stöffel, Gottfried Mayer, Helmut Stadelmayr, Manfred Rietzke und Siegmar Naujoks in Bayern dominierend.
In der A-Jugendklasse beherrschte auf Bahn und Straße Manfred Braun ganz souverän die Konkurrenz, ebenso in der B-Jugendklasse als siegreichster Fahrer des Jahres 1972 Heinz Kreiselmeyer.
1973 - Das Schicksalsjahr für Horst Gnas
Wohl kaum wird man beim RCH je das Jahr 1973 vergessen. Im Mittelpunkt dieser ereignisreichen Saison stand besonders das Geschehen im Amateurstehersport. Viel Aufregung brachte zunächst in Stuttgart die deutsche Meisterschaft der Steher, sie mußte wegen Regen mehrfach verschoben und später doch noch vorzeitig abgebrochen werden. Der Herpersdorfer Titelverteidiger Horst Gnas fand bei dieser DM nicht seinen Rhythmus und holte sich mit Schrittmacher Walrave “nur“ den Vize-Titel. Die Meisterschaft gewann der Berliner Rainer Podlesch an der Rolle des Herpersdorfer Schrittmachers Peter Schindler.
Noch mehr Ärger und Aufregung sollte danach den bundesdeutschen Stehern die WM 73 im spanischen San Sebastian bringen. Gemäß einer neuen Regelung des Welt-Radsport-Verbandes (UCI) mussten nunmehr bei Weltmeisterschaften Steher und Schrittmacher die gleiche Staatsangehörigkeit besitzen. Damit wurde das jahrelang erfolgreiche und bewährte Team Gnas/Walrave zwangsläufig und abrupt getrennt.
Bis zuletzt hatte man im bundesdeutschen Lager in San Sebastian noch gehofft, die hohen Herren des UCI würden sich noch umstimmen lassen, doch alles war vergeblich und plötzlich stand Titelverteidiger Horst Gnas wenige Stunden vor Beginn der WM ohne Schrittmacher im Stadion. Ähnlich ging es auch dem Kölner Jean Breuer, der bislang hinter dem Holländer Noppy Koch gefahren war. Als einziger deutscher Schrittmacher war zur WM der Herpersdorfer Peter Schindler angereist, der seinerzeit mit Rainer Podlesch ein Team bildete. Zunächst sprang deshalb der Herpersdorfer Routinier in die Bresche. Hinter Peter Schindler fuhren alle drei deutschen WM-Teilnehmer ihre Vorläufe; Gnas und Podlesch gewannen diese sogar, während Breuer resigniert aufsteckte. Gnas und Podlesch hatten sich somit für das Finale qualifiziert, jedoch stand noch immer mit Peter Schindler nur ein Schrittmacher zur Verfügung. Bundestrainer Gustav Kilian war es schließlich, der diese heikle und aufregende Situation doch noch rettete.
Dem BDR-Goldschmied war es zu verdanken, dass in Hannover sein alter Freund Hans Käb sofort zum Flugzeug nach Spanien eilte. Doch wer kann sich heute noch einmal die Gefühle von Horst Gnas vorstellen, der nach tagelangen Nervenkriegen noch kurz vor Beginn des Finales ohne Schrittmacher dastand. Die Anreise Käbs wurde zum Wettlauf gegen die Uhr. Nur etwa zehn Minuten blieben dem bereits 64-jährigen Käb, um auf der ihm fremden Bahn einige Trainingsrunden zu drehen, mit Horst Gnas, der vorher noch nie mit ihm zusammen gefahren war. “Wie soll das nur gut gehen?“, fragten sich die wenigen bundesdeutschen Schlachtenbummler — unter ihnen auch Sportleiter Egerer — mit bangen Mienen. Doch allen berechtigten Befürchtungen zum Trotz — es ging gut! Horst Gnas holte sich vor über 10 000 (!) begeisterten spanischen Zuschauern hinter dem wacker fahrenden “Opa“ Hans Käb zum dritten Male den Titel des weltbesten Amateurstehers. Platz zwei belegte Rainer Podlesch mit seinem Herpersdorfer Schrittmacher Peter Schindler.
Horst Gnas war überglücklich, vergessen war in diesen Minuten der viele Ärger und die bangen Minuten der Ungewißheit. Unter großem Beifall stiegen Horst Gnas und sein “Retter“, Hans Käb, freudestrahlend zur Siegerehrung auf das Treppchen! Die Presse war voll des Lobes über die große Leistung des Herpersdorfers und nicht weniger Respekt zollte man dem selbstlosen und mutigen Einsatz des damals bereits herzkranken Hans Käb.
Doch Freude und Leid wohnen oft dicht beisammen. Nur zwei Tage nach seinem großen Erfolg traf Horst Gnas ein schwerer Schicksalsschlag, als er durch einen Verkehrsunfall seine Frau verlor. Damit begann für Horst Gnas jedoch erst eine ganze Serie weiterer Unglücksfälle und eine nicht enden wollende Pechsträhne.
Im Frühjahr 1974 verstarb an Herzversagen sein neuer Schrittmacher Hans Käb, womit das leidige Schrittmacherproblem erneut begann. Wenige Tage später stürzte Gnas beim Training der Nationalmannschaft auf Mallorca und brach sich das rechte Handgelenk. Diese Unfallverletzung warf ihn um viele Wochen zurück, seine gewohnte alte Form konnte Horst Gnas 1974 nicht mehr finden. Auch in den folgenden Jahren sollte Horst Gnas dann das Pech weiter treu bleiben. Bei einem Straßenrennen im oberfränkischen Lisberg stieß er frontal mit einem PKW zusammen und erlitt einen komplizierten Oberschenkelbruch. Wieder einmal war der dreifache Weltmeister außer Gefecht. Doch das schier Unglaubliche geschah: Schon sechs Wochen nach diesem schweren Sturz saß Horst Gnas mit eiserner Energie wieder im Rennsattel! Die Saison 1976 war für ihn jedoch schon gelaufen.
Anfang 1977 wollte es Horst Gnas dann noch einmal genau wissen, mit dem Gelsenkirchner Harald Strecke hatte er einen neuen guten Schrittmacher gefunden. Doch die Jahre ließen sich nicht mehr zurückdrehen. Trotz seines einmaligen Trainingsfleißes und seines außergewöhnlichen Ehrgeizes sollte Gnas auch 1977 das langersehnte Comeback nicht mehr gelingen.
Horst Gnas war bislang der erfolgreichste Herpersdorfer Radsportler. Durch seine drei WM-Siege hat er nicht nur den Namen des RCH auf allen Pisten der Welt würdig vertreten, sondern er trug auch wesentlich dazu bei, dass der Amateurstehersport in Deutschland populär wurde und viele neue Freunde gewann.
Die intensive Jugendarbeit wird belohnt
Mehr noch als im Vorjahr 1972 wurde 1973 die intensive Jugendarbeit des RC Herpersdorf belohnt. In ausgezeichneter Form startete der A-Jugend-Straßenvierer mit Werner Lang, Manfred Braun, Heinz Kreiselmeyer und Dieter Zimmermann bei der deutschen Meisterschaft in Gütersloh. Ein Sturz der Mannschaft kostete jedoch viele wertvolle Sekunden, so dass trotz großartiger Leistung nur Platz drei erreicht werden konnte. Doch mit dieser eindrucksvollen Leistung wurde bewiesen, dass die Jugendlichen des RCH inzwischen zur bundesdeutschen Spitzenklasse zählten.
Dem BRD-Jugendnationalkader gehörten mit Manfred Kreißel, Werner Lang und Manfred Braun bereits drei Fahrer des Vereins an!
Zuverlässig und beständig fuhr als bester Amateur des RCH auch 1973 Gottfried Mayer. Bei der deutschen Bergmeisterschaft holte er einen ausgezeichneten dritten Platz, Siegmar Naujoks wurde Sechster. Hans Werner Igel erreichte 1973 bei der deutschen Schüler-Straßenmeisterschaft in Heilbronn den siebten Rang.
1974 - Eine neue Ära des Erfolges für den RCH
Nach den großartigen Leistungen des Herpersdorfer Nachwuchses im Vorjahr, wurde in Radsportkreisen bereits von einer “neuen Ära“ des RC Herpersdorf gesprochen. Diese Voraussage sollte sich im Jahr 1974 voll bestädigen. Beim RCH konnte man nunmehr die Früchte der jahrelangen und intensiven Jugendarbeit ernten. Die Begeisterung des Nachwuchses für den Radsport erreichte einen neuen Höhepunkt. 90 Schüler und Jugendliche, betreut und trainiert von den ehemaligen Meistern Klaus Buchholz, Willi Fuggerer, Horst Gnas, Werner Löw, Peter Schindler und Bert Stern, fuhren 1974 erfolgreich für den RCH!
Den größten und schönsten Erfolg des Jahres konnte man 1974 in Berlin feiern. Nach 14 Jahren Unterbrechung (damals waren Buchholz, Goletz, Naujoks und Schmidt erfolgreich), gewann der Jugendvierer des RCH auf gleicher Strecke den deutschen Meistertitel! Unter 20 teilnehmenden Mannschaften war das Team Herpersdorfs mit Werner Lang, Armin Gruber, Manfred Kreißel und Helmut Schlund nicht zu schlagen. Auch die Mannschaft Herpersdorf II mit Helmut Herzner, Dieter Bischof, Udo Matschke und Karl Ludwig Rößlein schlug sich auf Platz vier ausgezeichnet. Riesig groß war die Freude an diesem Tag in Berlin für den RC Herpersdorf sowie für die beiden Trainer Siegmar Naujoks und Werner Löw, hatte man doch mit diesem Titelgewinn wieder angeknüpft an die große und erfolgreiche Tradition des Vereins im Mannschaftsfahren.
Mit einer außergewöhnlichen Siegesserie, wie man sie im Radsport bisher nur bei den Profis von Superstar Eddy Merckx kennt, ließ 1974 einer der jüngsten im Verein aufhorchen: Der B-Schüler Peppi Vogl holte sich bei 55 Starts 52(!) Siege, darunter als Krönung dieser erfolgreichen Bilanz den deutschen Meistertitel der B-Schüler im Straßenfahren. Ein zweiter B-Schüler des RC Herpersdorf, der damals ebenso wie Peppi Vogl zum Junioren-Nationalkader zählte, nämlich Heinz Matschke, überraschte bei dieser DM der B-Schüler in Ketsch mit einem ausgezeichneten vierten Platz ebenfalls angenehm.
Auch im Bahnsport stellten sich 1974 viele große Erfolge ein. Uli Schillinger gewann in Linkenheim den deutschen Meistertitel im Punktefahren der Jugend; Manfred Kreißel wurde Dritter der deutschen Jugendsprintmeisterschaft und Dieter Bischof/Reinhard Grimm belegten bei der Tandem-DM der Jugend den vierten Rang.
Die deutsche Stehermeisterschaft in Bielefeld gewann hinter dem Herpersdorfer Schrittmacher Peter Schind1er der Berliner Rainer Podlesch. Horst Gnas wurde Zweiter und Herbert Held Vierter.
Für die größte Überraschung des Jahres 1974 sorgte bei der Bahn-WM in Montreal der Herpersdorfer Schrittmacher Dieter Durst. Er gewann zusammen mit dem Kölner Jean Breuer den Weltmeistertitel! Dieser großartige Erfolg des Herpersdorfer Schrittmachers sollte jedoch erst der Anfang seiner außergewöhnlichen Karriere zum Weltklasse-Schrittmacher sein.
Erfreulichen Aufschwung konnte man beim RCH 1974 auch im Cross-Sport verzeichnen. In die Fußstapfen des Routiniers Helmut Stadlmayrs, der bei den Amateuren in Bayern dominierte und dem BDR-Nationalteam angehörte, traten die beiden Jugendfahrer Hans Werner Igel und Thomas Hellmuth. Sie belegten bei der deutschen Jugendmeisterschaft die Plätze Vier und Fünf!
Erfolgreichster Straßenamateur des Vereins waren 1974 Hubert Stöffel und Gottfried Mayer vor den beiden talentierten Nachwuchsfahrern Hans Peter Zorn - er belegte beim Tucher-Straßenpreis 1974 einen ausgezeichneten vierten Platz - und Manfred Braun.
Es würde zu weit führen, hier noch mehr Siege und Erfolge des Jahres 1974 aufzuzeichnen, das seit der Gründung des RCH ein neues Rekordergebnis brachte. 230 Siege holten die Aktiven des Vereins auf Bahn und Straße sowie im Cross, und 1199 mal konnten sie sich platzieren!
1975 - Der RC trauert um Konrad Schwab
Das Jahr 1975 wurde beim RC Herpersdorf überschattet vom viel zu frühen Tod des langjährigen und verdienten Ehrenvorsitzenden Konrad Schwab, der am 18. Oktober im Alter von 70 Jahren verstarb. Zusammen mit Herpersdorfs unermüdlichem Sportleiter Andreas Egerer lenkte Konrad Schwab über 50 Jahre die Geschicke des RCH. Unter seiner Regie entwickelte sich der unscheinbare und kleine Dorfverein zum bekanntesten, größten und erfolgreichsten deutschen Radsportverein! Über fünf Jahrzehnte seines Lebens opferte Konrad Schwab mit viel Energie und Idealismus seinem geliebten Radsport und dem RCH.
Man kann sich gut vorstellen, wie viele große Opfer Konrad Schwab in diesen langen Jahren dem Radsport brachte und wie viele harte Arbeit geleistet wurde. Konrad Schwab war kein Mann großer Worte, sondern ein Mann der Tat; er wird allen Radsportfreunden stets unvergessen bleiben!
Noch auf der Jahreshauptversammlung am 8. März 1975 erklärte Konrad Schwab, wenige Monate vor seinem siebzigsten Geburtstag, dass er nun in Anbetracht seines Alters die Leitung des Vereins gerne in die Hände eines jüngeren Sportkameraden übergeben möchte.
Der verdiente Radsportpionier Schwab kandidierte deshalb 1975 nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden; er versicherte jedoch, dass er selbstverständlich dem Verein und seinem Nachfolger stets gerne mit Rat und Tat weiterhin zur Verfügung stehe.
Der RC Herpersdorf war 1975 in der glücklichen Lage, mit dem erfolgreichen und dynamischen Geschäftsmann Hans Kreiselmeyer sofort einen würdigen und wirklich geeigneten Nachfolger für Schwab zu finden. Die Jahreshauptversammlung wählte den damals 47-jährigen Hans Kreiselmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden. Der mehrfache deutsche Ex-Meister Werner Löw wurde zum 2. Vorsitzenden nominiert, und Andreas Egerer wie bisher zum Sportleiter des Vereins.
Doch nun zurück zu den sportlichen Ereignissen im Jahr 1975. War man 1974 zu Recht stolz auf die Rekordbilanz des Vereins mit 230 Siegen und 1199 Plazierungen, so sollte dieser außergewöhnliche Rekord bereits 1975 überboten werden! Genau 250 mal überfuhren die Aktiven des RC Herpersdorf als Sieger die Ziellinie und 1366 mal konnten sie sich plazieren. Bei den Amateuren waren auf der Straße weiterhin Hubert Stöffel, Gottfried Mayer und Manfred Braun tonangebend. In der A-Jugendklasse eilte Claus Hager von Erfolg zu Erfolg. Er holte für den RCH auf der Straße vierzehn Siege und war dreizehnmal auf der Bahn erfolgreich.
Noch größer fiel 1975 die Erfolgsbilanz des B-Jugendfahrers Peter Bohmann aus, der allein auf der Straße 25 Siege erringen konnte. Als Krönung dieser schönen Erfolgsserie holte sich Bohmann den deutschen Meistertitel im Straßenfahren der Jugendklasse B!
Werner Lang, der 1975 zum Junioren-Nationalkader zählte, holte auf der Bahn einen weiteren Titel für den RCH. Er gewann in souveräner Manier die deutsche Meisterschaft im 3000m-Einer-Verfolgungsfahren der A-Jugend.
Neben dem traditionellen “Tucher-Straßen-Preis“ sorgte der RCH 1975 für einen zweiten großen Saison-Höhepunkt im fränkischen Radsport, nämlich mit der Ausrichtung der deutschen Vierer-Straßen-Meisterschaften. Besondere Hoffnungen setze man auf den Jugendvierer des RCH, der nach seinem Sieg im Vorjahr als Titelverteidiger und großer Favorit an den Start ging.
Armin Gruber, Werner Kahla, Udo Matschke und Helmut Schlund wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. In großartigern Stil schlugen sie auf dem schnellen und idealen Kurs der Stadtautobahn Nürnberg-Erlangen die gesamte Konkurrenz und holten sich damit verdient erneut den deutschen Meistertitel.
Einen weiteren großen Erfolg für den RCH holte bei den Bahnweltmeisterschaften in Lüttich erneut Schrittmacher Dieter Durst. Er bewies, dass sein Sieg von Montreal keine Eintagsfliege war und holte mit dem Dortmunder Allrounder Dieter Kemper die Goldmedaille bei den Profi-Stehern!
Auch 1976 fuhren die Aktiven des RC Herpersdorf - vor allem die Jugendlichen - weiter auf Erfolgskurs. Nach seinem Sieg im Vorjahr bei den B-Schülern gelang Peppi Vogl 1976 auf Anhieb auch bei den A-Schülern der große Wurf.
Unangefochten holte sich Peppi neben vielen Siegen den deutschen Meistertitel der A-Schüler im Straßenfahren! In der A-Jugendklasse gelang dem Straßenvierer des Vereins nach großartiger Schlacht der Hattrick: Zum dritten Male in ununterbrochener Reihenfolge wurde die Mannschaft des RCH über 50km deutscher ViererStraßenmeister! Das Quartett mit Claus Hager, Karl Ludwig Rößlein, Udo Matschke und Helmut Schlund ging in Topform an den Start und holte sich verdient und sicher unter 30(!) teilnehmenden Mannschaften den Titel. Selbst alte Radsportexperten gerieten ins Staunen, als auch Platz zwei dieser Meisterschaft an den RCH ging. Hans-Werner Igel, Dieter Bischof, Peter Bohmann und Reinhard Grimm stellten den großartigen Herpersdorfer Doppelerfolg sicher. Doch für den RCH gab es 1976 noch weiteren Grund zur Freude: Auch der deutsche Meistertitel in der 3000m-Mannschaftsverfolgung auf der Bahn ging an den RCH. Claus Hager, Karl Ludwig Rößlein, Dieter Bischof und Reinhard Grimm fuhren die gesamte Konkurrenz in Grund und Boden. In der neuen fabelhaften deutschen Rekordzeit von 3:32,6 Min. ließen sie der Konkurrenz keine Chance! Eindrucksvoller als mit den großartigen Leistungen im Bahn- und Straßenvierer konnte man die gute Jugendarbeit des RCH nicht mehr beweisen.
Dieter Durst, der Schrittmacherroutinier des RCH, wollte bei so vielen großen Erfolgen der Herpersdorfer Jugend nicht zurückstehen. Auch er war 1976 ausgezeichnet in Form; mit dem Kölner Wilfried Peffgen holte er in Monteroni (Italien) einen weiteren Weltmeistertitel und mit Dieter Kemper (Dortmund) gewann er die deutsche Meisterschaft der Profisteher!
Auch im Cross-Sport wurden beim RCH 1976 gute Fortschritte vermerkt. Mit Helmut Stadlmayr, Thomas Hellmuth und Hans Werner Igel zählten drei Fahrer des Vereins bei den Amateuren und Jugendfahrern zur bundesdeutschen Elite und zum BDR-Nationalkader. Thomas Hellmuth und Hans-Werner Igel, die beiden Schützlinge des erfahrenen Helmut Stadlmayr, eilten von Sieg zu Sieg und belegten bei der deutschen Jugendmeisterschaft im Querfeldeinfahren die Platze Zwei und Drei.
Nur ganz knapp verfehlte 1976 der deutsche Doppelmeister Claus Hager seine dritte Goldmedaille. Im Punktefahren der A-Jugend holte er sich nach eindrucksvoller Solofahrt auf der schnellen Münchner Olympia-Piste den zweiten Platz der deutschen Meisterschaft. Seine großartige Kondition stellte Hager darüber hinaus mit einem dritten Platz bei der Meisterschaft im 3000m-Einerverfolgungsfahren unter Beweis. Sein Herpersdorfer Vereinskamerad Udo Matschke wurde in dieser Disziplin Vierter.
Ebenfalls einen ausgezeichneten vierten Platz holte sich der schnelle Peter Bohmann im Sprint der A-Jugend.
Erfolgreichster A-Jugendfahrer des Vereins war ‘76 mit insgesamt 26 Siegen auf Bahn und Straße Claus Hager. In der B-Jugendklasse führten Norbert Lehmann, Bernhard Müller und Robert Prechtel die Erfolgsstatistik des Jahres an.
Einsame Klasse war bei den A-Schülern der zweifache deutsche Meister Peppi Vogi mit 35(!) Siegen.
Vielversprechende Leistungen bot in der Schülerklasse B Ronald Mehl. Der Sohn des mehrfachen deutschen Ex-Meisters Fritz Mehl gewann 20 Straßenrennen und 9 Bahnrennen und trat damit in die Fußstapfen seines einst so erfolgreichen Vaters.

Auch die Amateure des RCH holten sich bei deutschen
Meisterschaften gute Plazierungen. Anderl Mayer belegte zusammen
mit seinem Münchner Partner Gerd Silbermann in der Tandem-DM den
dritten Platz. Gottfried Mayer wurde bei der deutschen
Bergmeisterschaft Sechster.
Bester bayerischer Kriteriumsfahrer der Amateure wurde erneut
Hubert Stöffel. Neben Gottfried Mayer, Manfred Braun und Hubert
Stöffel zeigte vor allem der junge Nachwuchsamateur Werner Kahla
großen Ehrgeiz und sehr gute Leistungen.
Gleich zu Beginn des Jahres 1977 sorgte ein junger Fahrer des RC Herpersdorf für eine echte Sensation! Heinz Matschke, erst im Januar in die B-Jugendklasse aufgerückt, entwickelte im schweren Cross-Sport außergewöhnliches Talent. Schon in der zweiten Woche des neuen Jahres holte Heinz Matschke einen deutschen Meistertitel nach Herpersdorf. Obwohl die Mehrzahl seiner Konkurrenten bei dieser Meisterschaft bereits älter und körperlich stärker waren, ließ ihnen Heinz auf dem schweren Rundkurs in Berlin keine Chance und gewann zur Überraschung aller Experten verdient den Titel im Querfeldeinfahren der B-Jugend.
Mit berechtigtem Stolz freute sich hierüber auch sein Lehrmeister und Trainer Helmut Stadlmayr, der die gute Veranlagung Matschkes zum Cross früh erkannte und weiter förderte. Dass in der großen Titelsammlung des RCH bislang noch immer ein Cross-Meister fehlte, verdoppelte beim RCH noch die große Freude über Matschkes Sieg.
Ebenfalls im Querfeldeinsport sorgten zwei weitere junge Fahrer des RCH 1977 immer wieder für Schlagzeilen. Hans Werner Igel und Thomas Hellmuth erkämpften sich aufgrund ihrer guten Leistungen einen Platz im BDR -Nationalkader und waren Teilnehmer der Junioren-Europa-Meisterschaft im Cross. Beide schlugen sich bei dieser EM großartig und belegten die Plätze vier und fünf im internationalen Klassefeld.
Seine Erfolgsserie der Vorjahre setzte Herpersdorfs Schrittmacher-As Dieter Durst 1977 weiter fort: Bei den Profi-Stehern wurde er mit Wilfried Peffgen Vize-Weltmeister und Europameister, und bei den Amateurstehern gewann er mit Burges die deutsche Meisterschaft!
Auch Peppi Vogl, der zweifache deutsche Schülermeister, war 1977 in die B-Jugendklasse aufgerückt. Er zeigte inzwischen immer mehr eine gute Veranlagung zum Bahnfahrer und insbesondere zum Sprinter. Schon in seinem ersten B-Jugendjahr hatte Peppi im Sprint auf der Bahn in Bayern keinen Gegner zu fürchten. Er gewann souverän die “Int. Bodensee-Meisterschaft“ in Bregenz mit Teilnehmern aus Bayern, Österreich und der Schweiz im Sprint und im 500m-Zeitfahren. Fast hätte es auch bei der DM mit einem weiteren Titel für Peppi geklappt. Nur um wenige hundertstel Sekunden musste er sich hier dem Kölner Schmidtke beugen. Peppi Vogl gewann damit die Silbermedaille im 500m-Zeitfahren der B-Jugend.
Dritte Plätze bei deutschen Meisterschaften holten der Amateursteher Horst Gnas und in der A-Jugend Peter Bohmann zusammen mit dem Münchner Christian Goldschagg auf dem Tandem.
Insgesamt war der RC Herpersdorf bei deutschen Meisterschaften 1977 nicht ganz so erfolgreich wie in den vorangegangenen Jahren. Dies lag vor allem daran, dass die besonders starken A-Jugendfahrer nun fast alle in das Lager der Amateure übergewechselt waren. Wer das schwere Metier des Radsports kennt, weiß, dass man von jungen Amateuren nie sofort große Leistungen erwarten darf. Besonders im harten Straßenrennsport dauert die Entwicklungsphase zum echten Spitzenfahrer im allgemeinen drei bis vier Jahre. Trotz des altersbedingten Klassenwechsels vieler guter Fahrer wurde das Jahr 1977 vereinsintern noch zu einem Rekordjahr. Insgesamt erreichten die Aktiven des RCH auf Bahn und Straße 1389 (!) Plazierungen, womit der bisherige Rekord (1366) aus dem Jahr 1975 eingestellt wurde.
Eine reiche Ausbeute an großen Erfolgen brachte auch das Jahr 1978 für die Aktiven des RCH! Gleich nach Beginn des Jahres unterstrich Heinz Matschke bei der DM im Cross in Crailsheim mit einem klaren und überzeugenden Sieg erneut seine Extraklasse. Eine ausgezeichnete Leistung bot bei dieser Meisterschaft auch Rudi Ehen, der überraschend einen sehr guten dritten Platz belegte. Zwei weitere deutsche Meistertitel für den RCH holte auf der Bahn Peppi Vogl. Im 500m-Zeitfahren war Peppi bei der Meisterschaft der B-Jugend als großer Favorit am Start. Souverän gab er der gesamten Konkurrenz das Nachsehen.
Für eine echte Überraschung sorgte “Sprintass“ Vogl danach beim 2000m-Zeitfahren. Auch hier fuhr er absolute Bestzeit und holte sich zum Erstaunen aller Experten verdient seinen zweiten Meistertitel 1978. SeinHerpersdorfer Vereinskamerad Roland Renn, ein Spezialist über die schwere 2000m-Distanz, belegte den vierten Rang, ebenso wie der Herpersdorfer Jugend-Bahn-Vierer (mit Vogl, Matschke, Renn und Prechtl) und das Herpersdorfer Jugend-Tandem mit Peter Farnlucher und Bernd Müller.
Nur die Unachtsamkeit eines offiziellen Streckenpostens brachte 1978 Mathias Fuggerer um den fast schon sicheren und verdienten Meistertitel. Der jüngere Sohn des neunfachen deutschen Meisters Willi Fuggerer war bei der DM im Einer-Zeitfahren in Hamburg der überragende Fahrer. Durch eine falsche Einweisung verlor er jedoch zu viele wertvolle Sekunden und erreichte deshalb “nur“ den zweiten Platz der deutschen Meisterschaft. Auch bei den internationalen “Bodensee-Meisterschaften“ im Zeitfahren, Sprint und Cross waren Peppi Vogl und Heinz Matschke 1978 nicht zu schlagen.
Großeinsatz hatten Herpersdorfs Schrittmacher Durst, Schindler und Böll im Jahr ´78 bei den Radweltmeisterschaften in München. Dieter Durst führte sowohl Wilfried Peffgen als auch Rainer Podlesch zur Goldmedaille. Peter Schindler erreichte mit Profi Horst Schütz den vierten und mit Amateur Jean Breuer den sechsten Rang im WM-Finale. Franz Böll wurde mit dem Amateursteher Gerald Schütz fünfter. Eine reiche Ausbeute für das routinierte Schrittmacherteam des RC Herpersdorf.
Für eine weitere große Sensation sorgten bei der Vierer-Straßen-Meisterschaft über 100km in Berlin die jungen Amateure des RCH: Hans Werner Igel, Karl Ludwig Rößlein, Werner Kahla und Helmut Schlund wurden hier zum Favoritenschreck. In ganz großem Stil brauste das junge Quartett des RCH über die Strecke. Nur um ganz wenige Sekunden verfehlten die vier Herpersdorfer Fahrer den dritten Platz. Der überraschende vierte Rang der vier jungen Himmelsstürmer verblüffte die gesamte Fachwelt und bewies einmal mehr, dass auch die Straßencracks des RCH wieder im Kommen sind.
Der Jugendvierer des RCH mit Alberto Detzel, Roland Renn, Heinz Matschke und Norbert Lehmann belegte bei der Vierer-Straßenmeisterschaft in Berlin einen guten dritten Platz. Diese Plazierung erreichte der gleiche Jugendvierer auch beim ausgezeichnet besetzten “Deutschen Pokal“.
Bei der deutschen Derny-Meisterschaft, die 1978 in Hannover ausgetragen wurde, startete mit Karl Ludwig Rößlein und Peter Schindler auch ein Team des RCH. Obwohl es hier an der nötigen Routine und Erfahrung fehlte, erreichten Rößlein-Schindler das Finale und Platz sechs der Meisterschaft.
Im Jubiläumsjahr erneut viele Erfolge für den RCH
Auch das Jahr 1979 begann für den RC Herpersdorf mit einem Paukenschlag: Wie bereits eingangs dieser Chronik erwähnt, holte sich in Gundelfingen bei Freiburg Heinz Matschke zum dritten Male in ununterbrochener Reihenfolge den deutschen Jugendmeistertitel im Querfeldeinfahren. In der B-Jugend zahlte in Gundelfingen Harald Elendt zu den Besten und erreichte einen ausgezeichneten dritten Platzt Aufgrund seiner guten Leistungen wurde Heinz Matschke auch für die Europameisterschaft der Junioren im Cross nominiert. Heinz enttäuschte seine vielen Fans nicht und kehrte aus Spanien mit einer Bronzemedaille zurück. Im internationalen Weltklassefeld erreichte der junge Herpersdorfer Platz drei!
Harald Elendt holte in diesem Jahr noch eine zweite Meisterschaftsmedaille nach Herpersdorf. Bei der deutschen Straßenmeisterschaft der B-Jugend in Fluorn wurde er nach großartigem Kampf Zweiter.
Beindruckt von den vielen guten Leistungen der jungen Herpersdorfer Straßenamateure im Jahr 1979 war man auch beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Bundestrainer Karl Ziegler (Mannheim) nominierte deshalb für die Saison ‘79 vier Herpersdorfer Nachwuchsamateure für seinen erweiterten Nationalkader: Helmut Schlund, Karl Ludwig Rößlein, Werner Kahla und Mathias Ortlepp, der sich inzwischen ebenfalls dem RCH angeschlossen hatte. Helmut Schlund und Werner Kahla wurden daraufhin vom BDR zur “Israel-Rundfahrt“ eingeladen. Bei Backofentemperaturen von über 30 Grad zählten Schlund und Kahla in jeder Phase der Rundfahrt zu den stärksten Fahrern des Feldes. Sie sorgten für deutsche Etappensiege, belegten in der Gesamtwertung ausgezeichnete Plätze und waren entscheidend am Mannschaftssieg des BDR-Teams beteiligt!
Auch Karl Ludwig Rößlein sorgte immer wieder für Schlagzeilen. Beim schweren, international besetzten Rennen “Rund um den Henninger Turm“ in Frankfurt war Rößlein bester deutscher Fahrer. Zur Überraschung aller Experten belegte Rößlein nach imponierender Solofahrt hinter dem österreicher Muckenhuber den ausgezeichneten zweiten Platz. Auch beim “Großen Tucher-Jubiläums-Preis“ ´79 des RCH über 170km stellte sich Rößlein in großartiger Form vor. Zusammen mit zwei weiteren Ausreißern schrieb er über 140km die Geschichte des schweren Rennens.
Immer mehr in den Vordergrund schob sich 1979 auch Hans Werner Igel. Nachdem er im Januar bei 18 Grad Kälte souverän den bayerischen Cross-Titel der Amateure in Würzburg holte, zeigte er auch als Straßenfahrer weitere gute Fortschritte. So gewann Igel u.a. in diesem Jahr das ausgezeichnet besetzte Kriterium “Rund um den Schwabacher Stadtpark“. Für Herpersdorfer Siege und gute Plazierungen sorgten neben Rößlein, Schlund, Igel, Bohmann und Kahla auch der vom Sturzpech verfolgte Mathias Ortlepp, Sigi Böhm, Rainer Ulrich und Leo Stingl. Nicht zu vergessen die unverwüstlichen „Oldtimer“ des RCH Heinz Winkelmann, Sigi Naujoks, Gottfried Mayer und Helmut Stadlmayr, die immer wieder eindrucksvoll bewiesen, daß sie das Siegen noch nicht verlernt hatten.
Etwas enttäuscht war man beim RCH über das Abschneiden bei der Vierer-Straßen-DM in Dittelbrunn. Die gut vorbereitete Amateurmannschaft mit Schlund, Kahla, Igel und Rößlein fand an diesem Tag bei Regen und böigem Wind nicht ihren gewohnten Tritt und schließlich musste nach zweimaligem Sturz auch noch Hans Werner Igel vorzeitig ausscheiden. Auch dem favorisierten Jugendvierer des RCH mit Roland Renn, Heinz Matschke, Jürgen Naujoks und Kay Bittner fehlte es bei dieser DM am nötigen Quentchen Glück. Während das siegreiche Team des PSV Köln noch über trockene Straßen fuhr, musste die später gestartete Mannschaft des RCH vom Start weg, gegen Regenschauer und Wind ankämpfen. Es reichte schließlich “nur“ zum zweiten Platz und zur Silbermedaille. Man sollte jedoch nicht verkennen, welche große Leistung die vier jungen Fahrer mit ihrem Ehrenplatz an diesem Tag unter schwersten Bedingungen zeigten!
Zuversichtlich sah man beim RCH danach den deutschen Bahnmeisterschaften entgegen. Doch auch hier fehlte es ausgerechnet im Jubiläumsjahr am Glück. Ein schwerer Sturz des Herpersdorfer Sprintasses Peppi Vogl, wenige Tage vor den Bahnmeisterschaften machte alle Hoffnungen auf eine Medaille im Bahnvierer zunichte. Hinzu kam, dass Peppi Vogl, durch seine schmerzhaften Sturzverletzungen stark gehandicapt, auch in seinen Spezialdisziplinen Sprint und Zeitfahren nicht in gewohnter Form antreten konnte. Trotz einiger Enttäuschungen, die man im nicht besonders glücklich verlaufenden Jubeljahr 1979 erleben musste, sollte man doch andererseits die vielen schönen und großen Erfolge aller Herpersdorfer Radsportler nicht vergessen, denn sie belohnten die harte Arbeit und den Einsatz aller Aktiven und Trainer und die große Opferbereitschaft aller Eltern.
Feststeht: Die Zukunft gehört der Jugend - gerade beim RC Herpersdorf darf man deshalb besonders zuversichtlich sein. Denn an Nachwuchs und an talentierten jungen Fahrern fehlt es in der fränkischen Radsporthochburg Herpersdorf nicht.
...
2005

Amateure 2005
Wieder zahlreiche Podiumsplätze für Herpersdorfer
Im Jahr 2006 erreichten die Herpersdorfer Fahrer von den Jugendlichen über die Amateure bis zu den Senioren 44 Platzierungen unter den ersten Zehn und unzählige Platzierungen, teils bei internationalen Rennen im Ausland, unter den Top Dreißig.
Auch ein Deutscher Meister kam 2006 wieder einmal aus den Reihen der Orange-Blauen; Markus Lang gewann die Deutsche Hochschulmeisterschaft im MTB-Team-Relay.
Die Amateure Markus Renner, Timo Eckert und Christopher Schunk waren immer wieder für eine Platzierung gut. So konnte Timo Eckert seinen Status als A-Fahrer sichern. Christopher Schunk stieg von der B in die A-Klasse, die höchste Leistungsklasse im Amateurbereich, auf und schaffte nun den Sprung in das U23-Bundesligateam Wiesbaden. Markus Renner verpasste beim Heimrennen in Altdorf mit dem 4. Platz nur knapp das Treppchen, sicherte sich damit aber den Aufstieg in die B-Klasse. C-Amateur Peter Dertinger wurde zum Schluss der Saison mit einem Punkt Rückstand auf den Sieger Zweiter beim Kriterium in Egelsbach und möchte im nächsten Jahr denn verpassten Aufstieg nachholen.
Die Erwartungen voll übertroffen
Sportliche Bilanz des RC Herpersdorf in der Radsaison 2007 kann sich sehen lassen
„Ich bin selbst überrascht, wie gut das Rennjahr 2007 gelaufen ist“, gesteht Norbert Gömmel, Leiter der Radsportabteilung des RC Herpersdorf: „Mit neun Siegen, 41 Podiumsplätzen und insgesamt 95 Platzierungen unter den ersten Zehn, haben unsere Fahrer in dieser Saison die Erwartungen übertroffen!“
Besonders freut sich Gömmel darüber, dass sich der Aufschwung im Nachwuchsbereich des RC Herpersdorf auch 2007 kontinuierlich fortgesetzt hat: „Es wird leider Jahr für Jahr schwerer, Jugendliche für den Radrennsport zu gewinnen. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, dass es uns auch in diesem Jahr gelungen ist, die Jugendarbeit unseres Vereins erfolgreich auszubauen. Unser Trainergespann Norbert Preuß und Siegfried Greiner hat im Nachwuchsbereich ganze Arbeit geleistet, die mit sieben Siegen und 75 Top-Platzierungen belohnt wurde.“
Auch die gute Bilanz der Amateure kann sich sehen lassen: Mit zwei Siegen und 20 Platzierungen waren sie insgesamt erfolgreicher als im Rennjahr 2006. Auch hier stimmte ganz offensichtlich das Konzept des RCH. „Da gibt es kein großes Geheimnis“, lacht Norbert Gömmel und fügt hinzu: „Gute Kameradschaft und viel Trainingsfleiß sind die Basis aller Erfolge.“
Als jüngster und einziger U13-Fahrer des RCH war Tobias Ochsenkühn bei allen seinen Starts gut platziert. „Schade nur, dass ich bei den Rennen ohne Teamkameraden fahren musste, da ist es noch schwerer, vorne mit dabei zu sein“, sagt der ehrgeizige Schüler, der sich als „Solist“ jedoch sehr beachtlich schlug. Dieses Problem hatten die U15-Jugendfahrer des Vereins heuer nicht: Mit David Jaksch, Tim Winkler, Jan Wälzlein, Dominik Bachmann und Moritz Eberhardt stellte der RC Herpersdorf ein starkes Team, das in Bayern mit tonangebend war, sieben Siege einfuhr und bei allen Rennen kräftig mitmischte.
David Jaksch, der als fränkischer Lokalmatador das Kriterium in Schwabach gewonnen hat, gesteht: „Am meisten Spaß macht es natürlich, wenn man am Ende ganz oben steht.“ Bayerns Verbandstrainer Peter Ganzenberg behielt die jungen Herpersdorfer Talente in dieser Saison gut im Auge: Für 2008 hat er David Jaksch und Jan Wälzlein für den bayerischen Auswahlkader nominiert. „Das ist schon etwas, worauf wir alle stolz sein dürfen“, sagt Trainer Jürgen Preuß, der erst vor einem Jahr beim RCH mit gezielter Jugendarbeit begonnen hat. Mit seiner Prognose gibt sich Jürgen Preuß sehr zuversichtlich: „Unsere Jugendfahrer steigen 2008 alle in die Juniorenklasse auf. Es wird im ersten Jahr sehr schwer werden für sie, doch ich bin sicher, dass sie alle mit ebenso großen Ehrgeiz und Einsatz weiter machen.“ Preuß, der seit 15 Jahren mit Erfolg die Triathleten des SV Rednitzhembach trainiert, vermittelt seinen jungen Radsport- Schützlingen vor allem das Gefühl, nicht unter Druck zu stehen. „Es muss den Jungs in erster Linie Spaß machen, dann kommt der nötige Ehrgeiz meist von selbst hinzu“, sagt der erfahrene Trainer, der es sehr gut versteht, die Nachwuchstalente des RCH auch nach Rückschlägen und Enttäuschungen neu zu motivieren.
Die vielen guten Ergebnisse der Youngster spornten in dieser Saison ganz offensichtlich die Amateure zusätzlich an.
Mit zwei Siegen und 20 Platzierungen waren sie 2007 erfolgreicher als im Vorjahr. Der 21-jährige Schwabacher Felix Janetschke gewann souverän das Kriterium in Bornheim. Gregor Stieler (29) holte sich nach mehreren sehr guten Platzierungen seinen längst verdienten Sieg beim Kriterium der Stadt Kulmbach. Stieler und Janetschke konnten damit in die B-Klasse der Männer aufsteigen. Wenig Respekt vor prominenten Namen zeigten bei rund 30 Rennen die Herpersdorfer Routiniers Peter Dertinger, Jan Puschmann und Timo Eckert, die sich als lupenreine Amateure sehr beachtlich schlugen und heuer ebenfalls in die B- beziehungsweise A-Klasse aufstiegen. „Wir schätzen die guten Leistungen unserer Amateure, die sich auch bei den Rennen mit Halbprofis immer wieder hervorragend in Szene setzten und platzieren konnten“, lobt Gömmel seine Schützlinge, die ihre vielen Trainings- und Rennkilometer neben ihrem Beruf absolvieren. „Es ist nur schade, dass es immer weniger Rennen gibt, bei denen die reinen Amateure unter sich sind “, bedauert Gömmel, der aus diesem Grund auch die eigene Veranstaltung überdenken will: „Wir erlebten es jedes Jahr bei unserem Kirchweih-Kriterium in Altdorf, dass beim Rennen der Männer fast nur noch Fahrer auf das Treppchen stiegen, die einer Profi-Sportgruppe angehören.“ Manfred Marr
Sportliche Erfolge in schweren Zeiten
Obwohl die Amateure des Team Marin Bikes Herpersdorf in dieser
Saison eine Leistungsklasse höher fuhren und die meisten
Jugendlichen in die nächste Altersklasse aufgerutscht waren, fällt
die Bilanz 2008 ähnlich gut aus wie in der
erfolgreichen Saison 2007.
Bester Amateurfahrer war Christopher Schunk, der acht
Platzierungen, darunter einen 2. Platz und zwei Dritte, einfuhr und
in die höchste Amateurklasse aufgestiegen ist. Mit seinem vierten
Platz am 3. Oktober beim Kriterium in Forst sicherte sich Felix
Janetschke den Klassenerhalt als B-Amateur.
Bei den Jugendfahrern belegt Jan Wälzlein am Ende der Saison Rang
77 in der bundesweiten Rangliste des BDR. Er konnte ein Rennen
gewinnen und weitere 16 Platzierungen einfahren, darunter ein 3.
Platz bei der bayerischen Bahnmeisterschaft in der
Mannschaftsverfolgung mit Tim Winkler. Dessen Saison war nach 11
Platzierungen aufgrund einer Sportverletzung leider bereits Ende
Juli beendet. Mit fünf Platzierungen konnte sich Lukas Döttl wie
seine Vereinskameraden in den erweiterten Kreis der Bayernauswahl
fahren. Auch David Jaksch war mit sieben Platzierungen wieder mit
von der Partie.
Erfreulich ist auch, dass im Bereich der Schüler U11 bis U15 neben
Tobias Ochsenkühn auch die zahlreichen Neuzugänge bereits vordere
Platzierungen erzielen konnten.

Teampräsentation 2008
Da die Zukunft und das Überleben des Herpersdorfer Traditionsvereins bereits im Frühjahr ungewiss waren, wurde am 16.04.2008 der Verein zur Förderung des Radsports Herpersdorf von acht langjährigen Mitgliedern des RCH gegründet.
Herpersdorfer Radsportler finden eine neue Heimat
Neuer Name - alter Ruhm
NÜRNBERG - Nach bangen Wochen und Monaten dürfen viele
Mitglieder des RC Herpersdorf erstmals vorsichtig aufatmen: Trotz
Insolvenzverfahren wurde eine Lösung für die Radsport-Sparte
gefunden.
Bei dem einst größten und erfolgreichsten deutschen
Radsport-Verein, der tief in rote Zahlen geriet, hofft man auf
einen erfolgreichen Neubeginn. Zumindest sollen die gute
Jugendarbeit und der Sportbetrieb der RCH-Radsportler auch 2009
reibungslos fortgesetzt werden. «Am liebsten wieder unter unserem
bisherigen bekannten Namen RC Herpersdorf», betont
Radsport-Abteilungsleiter Norbert Gömmel.
Rückblick: Nach dem Tod seines langjährigen Sportleiters Andreas
Egerer baute der RC Herpersdorf 1988 mit dem Erbe des einmaligen
Mäzens in Worzeldorf eine Tennishalle. Boris Becker und Steffi Graf
hatten seinerzeit einen enormen Tennis-Boom in Deutschland
ausgelöst, an dem man - zugunsten der Radsportler - teilhaben
wollte. Beim RC Herpersdorf, der damals bereits eine
Tennis-Abteilung hatte, erhoffte man sich durch die Halle sichere
Einnahmen, mit denen man den kostspieligen Radrennsport
unterstützen wollte. So optimistisch dachte und plante damals die
Vorstandschaft, mit Hans Kreiselmeyer und Bert Stern an der Spitze
des Vereins.
Doch diese Rechnung ging langfristig nicht auf, und die Skeptiker,
von denen damals viele den RC Herpersdorf verlassen hatten, sollten
Recht behalten: Der große Tennis-Boom war nach einigen Jahren
vorbei und die hohen Zins- und Tilgungsraten konnten nur mit Mühe
bis 2007 aufgebracht werden. Der Wirtschaftsbetrieb des
Gesamtvereins schluckte für den Unterhalt, die Instandhaltung und
die Verwaltung der Tennishalle, des Fitness-Studios und der
Gaststätte Jahr für Jahr größere Summen, als die Halleneinnahmen
und die Gaststätten-Mieten einbrachten.
Kreditsummen türmten sich
Zu spät erkannte man, dass dies nicht lange gut gehen konnte.
Selbst die Überbrückungs-Kredite konnten nicht mehr getilgt werden.
Die wirtschaftliche und finanzielle Situation des
Traditions-Vereins führte schließlich im Frühjahr dieses Jahres zur
Insolvenz (wir berichteten), die Zweitliga-Tennismannschaft trat
erst gar nicht zur neuen Saison an.
Das Nürnberger Register-Gericht setzte Rechtsanwalt Karl-Horst
Beutel als Notvorstand und Nachfolger des 1. Vorsitzenden Bernd
Hofmann ein. Nachdem die in mehreren Mitglieder-Versammlungen
gestarteten Rettungsversuche alle scheiterten, wurde im Mai beim
Amtsgericht Nürnberg das Insolvenz-Verfahren eingeleitet, mit
dessen Ende der RC Herpersdorf aufgelöst wird. «Dies kann sich
allerdings noch bis weit in das Jahr 2009 hinziehen», erklärte der
Insolvenzverwalter Michael Farnbacher.
Die Radsport-Abteilung des RCH gründete bereits im Frühjahr den VfR
Herpersdorf (Verein zur Förderung des Radsports), um den
Sportbetrieb lückenlos fortzusetzen. «Unsere rund 40 Aktiven fuhren
heuer ihre Rennen mit der VfR-Lizenz», sagt Norbert Gömmel, der vor
wenigen Tagen einen Rundbrief versandte, in dem er die passiven
Mitgliedern bat, beim bisherigen RC Herpersdorf zum Jahresende zu
kündigen und ab 1. Januar dem VfR Herpersdorf beizutreten.
Die Vorstandschaft des VfR, mit Helmut Reif, Bernhard Herget und
Scott Schwerdt an der Spitze, ist nach Gesprächen mit dem
Bayerischen Radsportverband (BRV) zuversichtlich, dass man die
bisherigen Vereinsfarben übernehmen darf und im Laufe des nächsten
Jahres auch der alte Vereinsname «RC Herpersdorf» wieder möglich
wird.
«Wann das soweit ist, hängt von der Freigabe durch das Amtsgericht
ab. Fest steht nun jedoch, dass es ab Januar 2009 mit dem
Überbrückungs-Verein VfR-Herpersdorf einen eigenständigen
Radsportverein ohne fremde Unterabteilungen und ohne irgendwelche
Verbindlichkeiten aus dem früheren RC Herpersdorf gibt», betont
Gömmel.
Manfred Marr
Radsport in Herpersdorf lebt weiter
Zu Beginn des Jahres 2009 brach für den Radsport in
Herpersdorf eine neue Ära an. Aufgrund der
Zahlungsunfähigkeit des RC Herpersdorf 1919 e.V. gründeten
Mitglieder der Radsportabteilung im vergangenen Jahr den VFR
Herpersdorf e.V.. Dieser neue Verein ist satzungsgemäß nun ein
reiner Radsportverein, dessen Mitglieder an diversen
Radsportveranstaltungen wie Straßen-, Querfeldein-, Bahn- oder
Mountainbikewettbewerben oder Radtouristikveranstaltungen
teilnehmen.
Zum Jahreswechsel traten die aktiven Fahrer des RCH fast
ausnahmslos dem VFR bei. Zudem konnten bereits einige
Radsportneulinge begrüßt werden. Das die Tradition des RC
Herpersdorf im VFR weiterlebt, zeigt auch der Beitritt verdienter
Mitglieder aus der Glanzzeit des RCH wie zum Beispiel Fritz Neuser
oder Hans Schwab.
Die in den letzten Jahren so erfolgreiche Jugendarbeit wurde
unter der Leitung des bisherigen Nachwuchstrainers Norbert Preuß
weitergeführt und in einem ersten bayernweiten Leistungsvergleich
konnten die Herpersdorfer Jugendlichen bereits bei einem
Athletikwettkampf in Fürth Ende Januar sehr gut abschneiden.
Besonders erfreulich für die Verantwortlichen beim VFR Herpersdorf ist auch der Umstand, das alle Sponsoren weiterhin die Herpersdorfer Radsportler unterstützen.
Zu seinem neuen alten Verein kehrt in dieser Saison Christoph Schwerdt zurück, nachdem er mehrer Jahre für das Team Mapei Heizomat, zuletzt als Profi, gefahren war. Mit ihm werden Fritz Meingast und Christopher Schunk in der höchsten Amateurklasse für den VFR Herpersdorf an den Start gehen.
„Radsport in Herpersdorf lebt weiter“. Mit dieser Schlagzeile begann das Jahr 2009 für den noch jungen VFR Herpersdorf. In der Saison 2009 konnten nun die Herpersdorfer Radsportler diesen Satz mit zahlreichen Erfolgen untermauern.
So liegt es nicht nur an den unzähligen Erfolgen der Vergangenheit, dass die Radsportler aus Herpersdorfer weit über die Nürnberger Stadtgrenze hinaus bekannt sind, sondern auch an den tollen Leistungen der Amateure- und Jugendfahrern des VFR Herpersdorf e. V..
Gute Nachwuchsarbeit zeigt Erfolg
So konnten die Nachwuchsfahrer in der Saison
2009 bereits diverse Landesmeistertitel auf Straße und Bahn
gewinnen. Insbesondere Michael Schübel (Schüler U13), Jan Wälzlein
und Tim Winkler (beide Jugend U17) kehren regelmäßig an den
Wochenenden mit Siegen von den Radrennen zurück.
Unter der Woche wird fleißig trainiert, zum einen auf der
Radrennbahn Am Reichelsdorfer Keller und zum anderen beim
Vereinstraining an der Schleuse Leerstetten. Beim Bahntraining
können sich die Jugendlichen noch so machen Kniff oder Trick von
den Herpersdorfer Amateuren abschauen, die ebenfalls mit Medaillen
dekoriert von den Bayerischen Bahnmeisterschaften zurückgekehrt
sind. Rennfahrer, wie der ehemalige Radprofi Christoph Schwerdt
stehen den Jugendlichen im Verein gerne mit Rat und Tat und wenn
nötig, auch mit einem Rennrad zur Seite. Auf der Straße werden die
Jungen und Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren von Norbert Preuß
betreut. Der langjährige Triathlon- und Radsporttrainer kennt genau
seine „Pappenheimer“. So kann er mit viel Engagement die
Begeisterung für den Radsport seiner Schützlinge fördern, die nicht
nur im Nürnberger Süden wohnen, sondern zum Teil sogar aus
Zirndorf, Hersbruck oder Greding zum Training kommen. Die stetig
sich vergrößernde Trainingsgruppe, sowie die Erfolge seines
langfristigen Trainingsaufbaus geben ihm Recht.
Zum Saisonabschluss belegte das jüngste Talent des VFR Michael Schübel beim Radrennen „Rund um die Nürnberger Altstadt“ Mitte September vor einer großartigen Kulisse mit über 50.000 Zuschauern den 2. Platz im Rennen der Schüler U13.
Team Marin Bikes gehört zu Bayerns Spitze
Nicht nur der Nachwuchsbereich des VFR Herpersdorf gehört zur
bayerischen Spitze, auch die Amateure des „Team Marin Bikes
Herpersdorf“ können bereits einige Saisonsiege und Aufstiege
verzeichnen. Durch die couragierte und aufopferungsvolle Fahrweise
für das Team gelingt es fast immer, einen der Spitzenfahrer wie
Fritz Meingast, Christoph Schwerdt, Christopher Schunk oder Peter
Dertinger, unter den Top Ten oder gar auf dem Treppchen zu
platzieren.
Beim Jedermannrennen über 90 Kilometer im Rahmen des Radrennens
„Rund um die Nürnberger Altstadt“ kamen alle gestarteten
Herpersdorfer mit der ersten Gruppe ins Ziel, wobei Jens Singer den
10. Platz von rund 900 gestarteten Fahrern für das Team Marin Bikes
Herpersdorf ersprintete.
VfR Herpersdorf in allen Klassen im Aufschwung
Radsportler blicken auf erfolgreiches Jahr zurück
„Für den VfR Herpersdorf war 2010 ein erfolgreiches Rennjahr“, sagt Jan Puschmann zufrieden. Der 35-jährige Radsportidealist, der im Frühjahr das Amt des ersten Vorsitzenden übernahm, freut sich vor allem darüber, dass der Verein bei den Rennen dieser Saison erneut in sämtlichen Altersklassen von Schüler bis zur Männer-Eliteklasse gut vertreten war.
„Rund 30 Aktive sorgten bei ihren bundesweiten Einsätzen für vierzehn Saison-Siege. Die Tendenz zeigte auch in diesem Jahr nach oben“, stellt auch Christoph Schwerdt (26) fest – seit dieser Saison neuer Sportleiter des Vereins.
2010 sorgte der VfR-Nachwuchs immer wieder für erfreuliche Schlagzeilen. Die kontinuierliche Jugendarbeit des VfR wurde belohnt: Siebenmal standen die Schützlinge von Jugendtrainer Norbert Preuss als Sieger auf dem Treppchen. Bei sämtlichen bayerischen Rennen der Schüler und Jugendfahrer waren die blauen Herpersdorfer Trikots nicht zu übersehen.
In der Schülerklasse U13 konnte Dominik Uhlig zwei Rennen gewinnen, einmal Vize-Meister und einmal Dritter bei den bayerischen Titelkämpfen werden. Michael Schübel, der heuer in die U15-Klasse aufrückte, zählte auf Anhieb auch als Jugendfahrer zu Bayerns Erfolgreichsten. Seine beachtliche Bilanz:
Neben zwei Saison-Siegen erkämpfte er insgesamt 18 Platzierungen unter den ersten Zehn. Seine enorme Vielseitigkeit bewies Schübel sehr eindrucksvoll auch bei den Cross-Rennen. „Michael ist derzeit unser hoffnungsvollstes Talent, mit großem Trainingsfleiß und enormen Ehrgeiz ausgestattet“, lobt Christoph Schwerdt und schmunzelnd fügt er hinzu: „Manchmal muss man seinen großen Ehrgeiz jedoch noch etwas bremsen.“
Tim Winkler und Jan Wälzlein, die heuer in die Juniorenklasse U19 aufstiegen, zeigten gegenüber den meist älteren Konkurrenten nur wenig Respekt. „Mit neun Podestplätzen und drei Siegen haben sie bereits in ihrem ersten Jahr überraschend schnell den Anschluss an die bayerische Spitzenklasse gefunden und sich mit ihren konstant guten Leistungen für 2011 einen Platz im U19-Bundesliga- Team des bayerischen Verbandes erkämpft“, lobt Christoph Schwerdt die beiden jungen Talente.
Erfolgreichster Fahrer der Herpersdorfer Amateure war in der Saison 2010 mit drei Saison-Siegen und fünfzehn Top-Platzierungen Friedrich Meingast. Der 25-jährige BWL-Student zählt inzwischen zu Bayerns stärksten Fahrern auf der Straße. Für eine riesige Überraschung sorgte er im Juni, als er auf der ungewohnten Spezialmaschine bei der Zeitfahr-DM in Sangershausen als zweitbester Amateur Platz zehn belegte.
Auch Meingasts Vereinskamerad Peter Renner bot bei dieser DM als Dreizehnter eine sensationelle Leistung. Vorbildlich war bei allen Einsätzen auch die harmonische Fahrweise der gesamten Herpersdorfer Mannschaft. Mit perfektem Teamwork und taktisch kluger Fahrweise wurden die drei Topfahrer Meingast, Renner und Christopher Schunk unterstützt, die 2010 insgesamt sechs Siege und acht weitere Podiumsplätze ersprinteten.
Sportleiter Christoph Schwerdt, der selbst noch als hoffnungsvoller Steherneuling im Sattel saß, hat guten Grund, der Saison 2011 sehr optimistisch entgegen zu blicken: „Das VfR-Team der Männer wird in der neuen Saison noch stärker und schlagkräftiger.“ Schwerdt ist erfreut, dass sich 2011 einige weitere Amateure dem Marinbikes-Team des Vereins anschließen werden.
„Unser prominentester Neuzugang ist Florian Völk, der in den letzten Jahren erfolgreich für das Kontinental-Team Heizomat fuhr. Mit Völk, der sein Studium an der Uni Erlangen-Nürnberg fortführen will, dem Ansbacher Allrounder Daniel Rattelmüller und dem Ostbayerischen Straßenmeister Wolfgang Brandl zählt das Amateur-Team des VfR Herpersdorf 2011 in Bayern zu den fünf stärksten Mannschaften“, sagt Christoph Schwerdt.
Eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz in 2011
Der VfR Herpersdorf blickte zurück: 13 Mal standen Fahrer auf dem Siegerpodest
HERPERSDORF - „Beim Rückblick auf die noch kurze Vereinsgeschichte des VfR Herpersdorf kann man feststellen, dass unser Marin Bikes Team heuer seine bisher erfolgreichste Saison hatte“, freut sich Jan Puschmann. „13 Mal standen unsere Fahrer in dieser Saison ganz oben auf dem Treppchen. Der bayerische Meistertitel von Friedrich Meingast im Kampf gegen die Uhr, sein zwölfter Platz bei der Zeitfahr-DM, die bayerische Silbermedaille, die Florian Völk beim Straßenrennen gewann und sechs hochkarätige Siege durch unseren Top-Sprinter Christopher Schunk waren die herausragenden Erfolge dieses Rennjahres“, fügte der 1. Vorsitzende stolz hinzu.
Die neun Marin-Bikes-Fahrer fielen auf bei ihren 76 Renneinsätzen dieser Saison – und das nicht nur wegen ihrer neuen Trikots in den weiß-blauen Farben des Hauptsponsors ,sondern vor allem durch ihren Kampfgeist, ihren enormen Einsatz und ihr ausgezeichnetes Teamwork. „Die Kameradschaft und der Teamgeist waren vorbildlich“, lobt Puschmann, der häufig auch selbst in den Sattel stieg. Ebenso ungewöhnlich wie die Tatsache, dass der Team- und Vereins-Chef als Fahrer mit ins Renngeschehen eingreift, ist auch die Zusammensetzung der Herpersdorfer Mannschaft, in der neben zwei berufstätigen Sportlern sieben Studenten starteten.
„Wir versuchen, das Studium und den Radsport möglichst optimal zu verbinden“, sagt Peter Renner der in Erlangen Medizin studiert. Sein Teamkamerad Friedrich Meingast, der für das Lehramt büffelt, ergänzt: „Optimal ist es für uns natürlich, dass wir alle im Großraum Erlangen-Nürnberg studieren und hier auch sehr oft zusammen trainieren können.“ Ein Vorteil, der sich bei den Rennen sehr positiv auswirkte, wie Puschmann zufrieden feststellte: „Unsere Fahrer harmonieren perfekt wie eine kleine Profimannschaft.“
Perfektes Teamwork
Sieben der 13 Saisonsiege konnte das Herpersdorfer Team vor allem durch sein perfektes Teamwork gewinnen. Seine „Trumpfkarte“ – so Puschmann – spielt das Marin Bikes Team jedoch aus. Wenn es trotz rasantem Rennverlauf doch zu einem Sprintfinale kommt, dann ist Topsprinter Christopher Schunk in seinem Element. Der 25-jährige Informatikstudent, der auf den letzten 200 Metern grandios beschleunigen kann, stand heuer 12 Mal auf dem Treppchen: sechs Mal als Sieger, vier Mal als Zweiter und zwei Mal als Dritter.
Daniel Rattelmüller erkämpfte beim Kriterium in Heilsbronn seinen ersten Sieg in der Amateurklasse. Wolfgang Brandl feierte als Gesamtdritter bei der „Ronde du Piégmont Vosgien“ in Frankreich einen Etappensieg und gewann kurz danach das 50. Bamberger Gartenstadt-Kriterium. Seinen großen Kampfgeist bewies Peter Renner beim schweren Rundstreckenrennen in Offenbach, als er im Finale seinem letzten Begleiter keine Chance ließ. Benjamin Korndörfer kam zum Ende der Saison groß in Fahrt. Mit drei Top-Platzierungen innerhalb weniger Tage sicherte er sich eindrucksvoll den Klassenerhalt. Als spurtstarker Allrounder überzeugte Maximilan Hornung am Reichelsdorfer Keller.
Trotz der sehr erfreulichen Bilanz dieser Saison bleibt Jan Puschmann realistisch: „Wir können und wollen uns als kleine Vereinsmannschaft nicht mit Voll- und Teil-Profis messen. Unserer Fahrer sind alle lupenreine Amateure, für die das Studium beziehungsweise der Beruf absolute Priorität haben. Deshalb wird auch das Renn-Programm 2012 in etwa auf dem diesjährigen Niveau liegen. Verstärkt wird unser Team 2012 durch die beiden Nachwuchstalente Jan Wäzlein und Tim Winkler und dem Karbacher Julian Schneider. Mein größter Wunsch wäre es, wenn wir in der nächsten Saison ebenso erfolgreich wie in diesem Jahr abschneiden. Das wäre ein weiteres Dankeschön an unsere treuen Sponsoren, ohne deren Unterstützung es unseren Studenten gar nicht möglich diese kostspielige Sportart zu betreiben,“ lobt Jan Puschmann die Gönner und Mäzene des Vereins.
Quelle: http://www.nordbayern.de/region/schwabach/eine-eindrucksvolle-erfolgsbilanz-1.1599650?searched=true
Wie in der Jahreshauptversammlung beschlossen, führt der am 16.04.2008 gegründete Verein zur Förderung des Radsports Herpersdorf e.V. mit der Eintragung in das Vereinsregister am 16.09.2011 nun den Namen RC-Herpersdorf 1919 e.V..
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